Typo3 vs Joomla!

Wo liegen die Unterschiede der beiden großen CMS-Systeme, wo sind die Gemeinsamkeiten?

 

Meine Grundausbildung ist in beiden CMS-Systemen, Typo3 und Joomla!, in etwa gleichwertig. Websites habe ich ebenso in beiden umgesetzt und warum diese hier in Typo3 erstellt ist, liegt einzig daran, dass ich derzeit, vor allem auch durch meine hauptberufliche Tätigkeit als Webdesigner für einen internationalen Softwarehersteller, vermehrt in Typo3 arbeite.
Vor allem die praktischen Kenntnisse des Webdesigners, sind wohl der Hauptgrund für eine Entscheidung zwischen Typo3 und Joomla!.

 

Für den Besucher einer Website oder auch für den Auftraggeber, macht es kaum einen Unterschied, welches der beiden CMS-Systeme verwendet wird!

Der Redakteur wird sich sowohl in dem einen, wie auch in dem anderen, nach einer Grundeinschulung, zurechtfinden!

Was macht also den Unterschied zwischen Typo3 und Joomla! aus?

Die Vorteile von Typo3 sind:

  • Der Navigationsaufbau über einen Ordner- und Seitenbaum, wie wir ihn aus dem Explorer oder von Dreamweaver her kennen.
  • Eine beinahe unüberschaubare Fülle an Rechtevergaben für die Redaktion.
  • Ein sehr lineares Handling vieler Erweiterungen.
  • Hervorragende mitgelieferte Extensions, wie die Übersetzung, den Loginbereich, die Suche uvm..
  • Die optionalen Einstellungsmöglichkeiten über TypoScript oder Konstanten.
  • Gute Dokumentationen in den Manuals in allen Erweiterungen.
  • Völlige Flexibilität, welche Inhalte einer Website von Typo3 und welche über html/JavaScript u.ä. gesteuert werden.
  • Die Möglichkeit alles selber anzupassen, abzuwandeln und umzuformen.

Die Vorteile von Joomla! sind:

  • Die Kategorisierung aller veröffentlichen Beiträge inkl. Filtermöglichkeit für die rasche Bearbeitung.
  • Ab Joomla 1.5 ein ausgefeiltes Redaktionssystem.
  • Die Bearbeitung aller Beiträge im Frontend, als wesentliche Erleichterung für den Redakteur.
  • Die klare Trennung von Plugins und Componenten als Erweiterungen für Front- oder Backend.
  • Die Extensions sind generell einfacher im Handling durch Einstellungsmöglichkeiten direkt im Backend.
  • Die mitgelieferten Erweiterungen, wie Suche, Bannerrotation, url-rewrite, Seitenumbruch, Druck, uvm. sind oft völlig ausreichend und benötigen kaum mehr einer Bearbeitung.
  • Die Inhalte werden über Modulpositionen gesteuert. Je Position können verschiedene Beiträge, Plugins, Menüs o. ä. zugeordnet werden.

 

Die Nachteile von Typo3 sind:

  • Jede Typo3-Website muss genau strukturiert werden und ist daher weniger flexibel für Änderungen.
  • Alle verwendeten Elemente oder Extensions müssen angepasst werden, da immer default-Werte mitgegeben werden.
  • Jedes verwendete Bild oder jeder Download wird je Anzahl der Verwendung noch einmal in den "uploads"-Ordner gespeichert, was viel Platz benötigt und Änderungen nicht berücksichtigt -  dazu ist ein cron-Job nötig um diesen Ordner sauber zu halten.
  • Zusätzlich benötigt Typo3 einen temp-Ordner für alle default-Styls, Scripts, Bilder, usw. der ebenso Platz benötigt und gewartet gehört.

Die Nachteile von Joomla! sind:

  • Es gibt keine Versionierung für Bilder, wird ein Bild gelöscht ist nicht ersichtlich, auf wie vielen Seiten dieses verwendet wird.
  • Einstellungen zu Beiträgen/Modulen sind sowohl direkt  als auch global möglich, was oft sehr unübersichtlich wird.
  • Der Eingriff in verwendete Plugins oder Components ist begrenzt.
  • Der fehlende Seitenbaum und die Steuerung der Inhalte über die Module ist oft befremdend und bedarf einer Neuorientierung, wodurch Joomla! nicht ganz so intuitiv ist.

 

Als Zusammenfassung kann man sagen:

Typo3 macht dem Webdesigner wesentlich mehr Arbeit und erfordert auch weit mehr Kenntnisse von diesem. Dafür stehen alle Optionen offen an jeder Stelle einzugreifen, zu verändern oder anzupassen.

Joomla! bietet nicht nur mehr Erweiterungen, sondern diese sind einfacher in den Einstellungen und liefern überschaubarere Ergebnisse. Dafür hat der Webdesigner nicht den Einfluss jedes Detail zu verändern.

 

Somit ist Typo3 das richtige Werkzeug, wenn eine Webseite außergewöhnliche Anforderungen hat, Zeit nicht die maßgebliche Rolle spielt und eine gewisse Detailverliebtheit vorhanden ist.

Joomla! ist das ideale Werkzeug, wenn rasche Funktionalität und stabile Anwendungen verlangt werden, oder es einfach genügt aus dem Vollen zu schöpfen ohne hierbei noch das I-Tüpfelchen herausholen zu wollen.

Allerdings liegt es, wie erwähnt, am ehesten an den Kenntnissen und der Erfahrung, welches der beiden CMS-Systeme für einen Webdesigner das geeignetste ist – es lassen sich sowohl mit Typo3 als auch mit Joomla! hervorragende Webseiten erstellen, aber nur, wenn man weiß, wie es geht!

 

Vom CMS-Einsatz im Internet liegt Joomla! vor Typo3, allerdings wird auch dieses derzeit massiv von Wordpress in der Führung bedrängt.